Mann begutachtet abgenutzte Sneaker-Sohle

Was Ihre Schuhsohlen über Ihre Füße verraten

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Was Ihre Schuhe über Ihre Füße und Ihren Laufstil verraten

Anhand eines Barfußabdrucks lassen sich erste Unterschiede in der Form und Belastung Ihrer Füße erkennen. Probieren Sie es einfach selbst aus: Färben Sie Ihre Fußsohle beispielsweise mit ungiftiger, wasserlöslicher Fingerfarbe ein und stellen Sie sich anschließend auf ein Blatt Papier.

Am besten machen Sie einen Abdruck von beiden Füßen, denn rechter und linker Fuß können sich durchaus unterscheiden. Gemeinsam mit Kindern, Enkeln oder dem Partner wird daraus sogar ein kleiner, spielerischer Fuß-Check.

Noch interessanter wird der Vergleich mit Ihren getragenen Schuhen. Denn auch die Abnutzung der Sohlen kann Hinweise darauf geben, wie Sie auftreten und abrollen. Nehmen Sie dafür einfach ein Paar Lieblingsschuhe zur Hand, das Sie besonders häufig tragen, und betrachten Sie die Sohlen etwas genauer.

Wichtig dabei: Schuhabrieb kann Hinweise auf Belastung und Gangbild geben, erlaubt aber keine sichere Diagnose einer Fußfehlstellung. Auch Sohlenmaterial, Untergrund, Körpergewicht und Tragehäufigkeit beeinflussen den Verschleiß.

Was Ihnen Ihre Lieblingsschuhe über Ihre Füße und Ihren Laufstil sagen

Jeder Mensch geht ein wenig anders. Entsprechend unterschiedlich können sich auch Schuhe abnutzen. Besonders gut lässt sich dies an einem Paar erkennen, das Sie regelmäßig und über einen längeren Zeitraum getragen haben.

Stellen Sie beide Schuhe nebeneinander und betrachten Sie die Außensohlen. Wo ist das Profil besonders stark abgerieben? Gibt es Unterschiede zwischen dem rechten und dem linken Schuh? Ist nur die Ferse betroffen oder zieht sich die Abnutzung bis in den Vorfuß?

Bestimmte Muster treten besonders häufig auf.

1. Normales Schuhabriebmuster

Bei einem unauffälligen Abrollverhalten beginnt der sichtbare Verschleiß häufig an der hinteren äußeren Fersenkante. Auch im Bereich des Vorfußes kann sich die Sohle mit der Zeit stärker abnutzen.

Typisch sind:

  • Abrieb an der äußeren Fersenkante
  • Abnutzung im Vorfußbereich
  • teilweise etwas stärkerer Abrieb in Richtung Großzehe

Das lässt sich durch den natürlichen Bewegungsablauf erklären: Beim Gehen setzt die Ferse häufig zunächst etwas weiter außen auf. Anschließend verlagert sich die Belastung nach vorne, bevor der Fuß über den Vorfuß und die Großzehe abrollt.

Auch bei einem grundsätzlich unauffälligen Gangbild müssen sich rechter und linker Schuh nicht vollkommen gleich abnutzen.

Normales Schuhabriebmuster – Abrieb vor allem an der äußeren Ferse und im Vorfußbereich

2. Starke Abnutzung am Schuhinnenrand

Ist die Außensohle deutlich stärker auf der Innenseite abgetragen, kann dies darauf hindeuten, dass der Fuß beim Abrollen vergleichsweise stark nach innen kippt.

Diese Bewegung wird als Pronation bezeichnet und gehört zunächst zum natürlichen Bewegungsablauf. Ist sie besonders ausgeprägt, spricht man häufig von einer Überpronation.

Bei stark getragenen Schuhen kann sich dies nicht nur an der Sohle zeigen. Manchmal wirkt der gesamte Schuh im Laufe der Zeit leicht nach innen geneigt.

Eine solche Abnutzung bedeutet jedoch nicht automatisch, dass eine Fußfehlstellung vorliegt. Sie kann lediglich ein Hinweis darauf sein, Fußstellung und Gangbild genauer zu betrachten. Beispielsweise können ein [Knickfuß] oder ein abgesenktes Fußgewölbe mit einer veränderten Belastungsverteilung einhergehen.

Starke Abnutzung am Schuhinnenrand – verstärkter Abrieb entlang der Innenseite

3. Stärkerer Abrieb am Schuhaußenrand

Ein leichter Abrieb an der äußeren Ferse ist beim Gehen zunächst normal. Zieht sich die Abnutzung jedoch deutlich über einen größeren Bereich des Außenrandes, kann der Fuß stärker über seine Außenseite belastet werden.

Diese Bewegung wird als Supination bezeichnet.

Interessant ist vor allem der Vergleich beider Schuhe. Zeigt sich das Muster an beiden Sohlen ähnlich oder ist ein Schuh wesentlich stärker betroffen?

Auch die individuelle Fußform kann Einfluss darauf haben, wie sich die Belastung verteilt. Bei einem ausgeprägten [Hohlfuß] können beispielsweise Ferse und Vorfuß stärker beansprucht werden.

Anhand der Schuhsohle allein lässt sich jedoch nicht sicher feststellen, ob tatsächlich eine Fußfehlstellung besteht.

Stärkerer Abrieb am Schuhaußenrand – deutlich stärkere Abnutzung entlang der Außenseite

4. Markanter Abrieb im äußeren Vorfußbereich

Konzentriert sich der Verschleiß hauptsächlich auf den äußeren Bereich des Vorfußes, kann dies ebenfalls auf eine stärkere Belastung der Fußaußenseite hinweisen.

Hier lohnt es sich besonders, beide Schuhe miteinander zu vergleichen. Ein deutlich unterschiedliches Abriebmuster kann beispielsweise mit individuellen Gehgewohnheiten oder einer unterschiedlichen Belastung beider Körperseiten zusammenhängen.

Ein einzelner stark abgenutzter Bereich liefert jedoch noch keine eindeutige Erklärung für das persönliche Gangbild.

Markanter Abrieb im äußeren Vorfußbereich – konzentrierter Verschleiß vorne außen

5. Deutliche Abnutzung in der Mitte des Vorfußes

Ist die Sohle unter dem mittleren Vorfuß besonders stark abgetragen, kann dieser Bereich beim Gehen vergleichsweise viel Druck aufnehmen.

Eine veränderte Belastungsverteilung im Vorfuß kann beispielsweise bei einem [Spreizfuß] auftreten. Dabei senkt sich das vordere Quergewölbe ab und der Vorfuß kann sich verbreitern.

Hinweise auf eine stärkere Belastung zeigen sich manchmal nicht nur an der Außensohle. Auch die Deck- oder Einlegesohle kann im entsprechenden Bereich deutlich stärker eingedrückt sein.

Ob tatsächlich ein Spreizfuß oder eine andere Veränderung vorliegt, kann anhand des Sohlenabriebs allein jedoch nicht beurteilt werden.

Deutliche Abnutzung in der Mitte des Vorfußes – stärkerer Abrieb zentral unter dem Vorfuß

Was kann ein Fußabdruck über die Fußform verraten?

Auch ein einfacher Barfußabdruck kann interessante Unterschiede sichtbar machen. Vor allem das Fußgewölbe lässt sich darin häufig gut erkennen.

Ist der mittlere Bereich des Fußes im Abdruck nur wenig sichtbar, kann das Längsgewölbe stärker ausgeprägt sein. Bei einem abgesenkten Gewölbe berührt dagegen ein größerer Teil der Fußsohle den Untergrund.

Solche Formen können unter anderem bei einem [Hohlfuß] sowie bei [Senkfuß und Plattfuß] auftreten.

Der selbst angefertigte Fußabdruck eignet sich vor allem dazu, die eigene Fußform bewusster wahrzunehmen und beide Füße miteinander zu vergleichen. Zur Diagnose einer Fußfehlstellung ist er nicht geeignet.

Warum nutzen sich rechter und linker Schuh unterschiedlich ab?

Unterschiedliche Abnutzung an beiden Schuhen ist zunächst nichts Ungewöhnliches. Kein Mensch bewegt sich vollkommen symmetrisch.

Einfluss auf das Abriebmuster können unter anderem haben:

  • persönliche Geh- und Stehgewohnheiten
  • unterschiedliche Belastung beider Beine
  • Beweglichkeit von Fuß und Sprunggelenk
  • frühere Verletzungen
  • häufig genutzte Untergründe
  • Sohlenmaterial und Schuhkonstruktion
  • Häufigkeit und Dauer des Tragens

Deshalb lohnt es sich weniger, einzelne Millimeter Abrieb zu beurteilen, sondern vielmehr auf deutlich erkennbare und wiederkehrende Unterschiede zu achten.

Kann man eine Fußfehlstellung an der Schuhsohle erkennen?

Eine Fußfehlstellung lässt sich anhand einer getragenen Schuhsohle nicht sicher erkennen oder diagnostizieren. Der Abrieb kann lediglich Hinweise darauf geben, welche Bereiche beim Gehen stärker belastet werden.

Besonders aufmerksam sollten Sie werden, wenn eine ungewöhnlich starke oder einseitige Abnutzung gemeinsam mit wiederkehrenden Druckstellen, Schmerzen oder anderen Fußbeschwerden auftritt.

Die einzelnen Fußformen und Fußprobleme erklären wir deshalb ausführlich in unseren Ratgebern zum [Spreizfuß], [Hallux valgus], [Hallux rigidus], [Fersensporn], [Knickfuß], [Hohlfuß] sowie zu [Senkfuß und Plattfuß].

Was bedeutet das Abriebmuster für die Wahl Ihrer Schuhe?

Unabhängig davon, wie sich Ihre bisherigen Schuhe abnutzen, sollte ein neuer Schuh in erster Linie zu Ihrer individuellen Fußform passen.

Achten Sie darauf, dass:

  • Ihre Zehen ausreichend Platz haben
  • der Schuh im Vorfuß nicht drückt
  • die Schuhweite zum Fuß passt
  • die Ferse sicher sitzt
  • der Fuß beim Gehen guten Halt hat
  • sich der Schuh auch nach längerer Tragezeit angenehm anfühlt

Besonders bei breiteren Füßen, empfindlichen Druckstellen oder bereits bekannten Fußveränderungen ist eine passende Schuhweite wichtig. Ein gut passender Schuh kann helfen, unnötigen Druck und Reibung zu vermeiden.

Schuhe können eine medizinische Untersuchung oder Behandlung jedoch nicht ersetzen.

Ein genauer Blick auf die Lieblingsschuhe lohnt sich

Unsere Schuhe begleiten uns täglich – und mit der Zeit hinterlassen unsere individuellen Bewegungsmuster ihre Spuren. Ein Blick auf Außensohle, Ferse und Vorfuß kann deshalb durchaus interessant sein.

Entscheidend ist jedoch nicht jedes kleine Abriebzeichen. Auffälliger sind starke, einseitige oder ungewöhnlich schnell entstehende Veränderungen, insbesondere wenn gleichzeitig Fußbeschwerden auftreten.

Wer seine Füße und seine getragenen Schuhe regelmäßig betrachtet, entwickelt ein besseres Gefühl dafür, wie individuell Fußform und Gangbild sein können. Und genau diese Individualität sollte auch bei der Wahl eines gut passenden Schuhs berücksichtigt werden.

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